Der Mai ist gekommen…

…die Bäume haben ausgeschlagen und das war ganz wunderbar. Durch die niedrigen Temperaturen und den nahezu regenfreien April haben die Apfelbäume so herrlich und lange geblüht wie noch nie. Die Blätter schossen nicht innerhalb weniger Tage oder Stunden heraus, sondern man konnte das erste frische Grün lange und ausgiebig genießen. Durch die coronabedingte Gartenpause und die ruhigen Waldspaziergänge und Radtouren hatte man an den schönen sonnigen Tagen fast eine Art Urlaubsgefühl und die Gartenarbeit war noch nie so früh so weit gediehen wie in diesem Jahr. Die Gärtnereien und Baumärkte erlebten einen unglaublichen Ansturm. Jeder möchte es sich momentan zuhause gemütlich und schön machen. Meine kleine Gartenhausgruppe hat heute morgen 1000 Mitglieder überschritten. Das Häusliche steht hoch im Kurs, jetzt, wo man nicht weiß, wann man wieder verreisen kann und, ob man das überhaupt möchte.

Ich habe dem Apfelkernhaus einen Frühjahrsputz angedeihen lassen, ein altes Beet verkleinert und ein neues angelegt. Auch das Gewächshaus wurde mit einigen Tomatenpflanzen und einer Zucchiniranke bestückt.

Sogar ein kleines „Schneggenbeet“ habe ich angelegt, aus Häuschen, die unsere Enkel gesammelt hatten.

Schneggenbeet2 kl

Wir haben bereits etliche Male gegrillt, in engstem Familienkreis natürlich, und sogar im Wintergarten die Scheiben geputzt. Die kleinen Privatausstellungen wurden auf die passende Jahreszeit eingestellt, nur das Foto mit den Puddingschalen habe ich aus einer JDL-Zeitschrift geklaut.

Nun blüht und duftet der Flieder so wunderbar. Dann muss ich immer an „Kalle Blomquist“ von Astrid Lindgren denken, wo alle in der Fliederlaube der Bäckersfamilie von Eva-Lotte sitzen und im Fliederduft Kaffee trinken.

Ich möchte gern, dass Corona ganz vorüber geht und wir wieder nach Schweden fahren können. Dass man wieder überall unbesorgt durchatmen und ohne Mund-Nasen-Stülper, auf gut Plattdeutsch Snutenpulli genannt, einkaufen gehen und  liebe Freunde treffen kann. Aber ein Gutes hatte diese Krise für uns, die wir nicht dadurch in Not geraten sind, die wir nicht krank oder einsam sind, und die wir außerdem einen schönen Garten und die umliegende Natur zum Verweilen haben: wir hatten Zeit, einmal inne zu halten und zu registrieren, wie gut wir es eigentlich haben.

Eine Antwort zu “Der Mai ist gekommen…

  1. Wunderschöne Fotos! Ja, wer einen so schönen Garten hat und dazu noch ein so pittoreskes Häuschen kann sich in der Tat wie in Bullerbü fühlen. Da kann man nur – wie du schreibst – dankbar sein. Viele FreundInnen haben gesagt, dass Corona wie eine große Ruhe war: die Regeln waren für ALLE gleich, man MUSSTE nichts erleben, weil man es nicht KONNTE. Bücher waren und sind plötzlich die schönste Ausgeh-Form – noch mehr als sonst.

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